Gender Kompetenz/Gender- und Diversitätskompetenz

Gender Kompetenz/Gender- und Diversitätskompetenz

erfordert ein Grundwissen über Geschlechterverhältnisse und über die Entstehungsbedingungen von Ein- und Ausschlussprozessen und von Ungleichheiten in der Gesellschaft, weiters die Motivation, auf Gleichstellung und Chancengerechtigkeit hinarbeiten zu wollen, sowie die Fähigkeit, mit Differenzen im (beruflichen) Alltag so umzugehen, dass allen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet werden.

Gender- und Diversitäts-Kompetenz stellt eine zentrale Basis für Gestaltungsprozesse in Richtung mehr Gleichstellung und Geschlechterdemokratie dar. Bezogen auf das pädagogische-schulische Feld meint Gender-/Diversitätskompetenz v.a. die Fähigkeit und Bereitschaft zur Reflexion des eigenen Professionsverständnisses, der eigenen Biographie als vergeschlechtlichtes Subjekt (mit einem bestimmten sozialen Hintergrund) und damit verbundener eigener Geschlechterbilder, -normen, Kategorisierungs- und Interaktionsmuster (personale Kompetenz).

Auf Ebene der Fachkompetenz ist einerseits Fachwissen aus der schul- und bildungsbezogenen Geschlechterforschung gefragt (Konstruktionsmodi von Geschlecht, doing-gender und doing-student, Erklärungen für gender- und social-gaps, pädagogische Interventionskonzepte z.B. „reflexive Koedukation”, inclusive Pädagogik, gendersensible Didaktik, …), andererseits geht es dabei auch um Wissen über die Genese des eigenen Faches, z.B. Theorien zur Vergeschlechtlichung bestimmter Fächer und Wissenschaftsdisziplinen und möglicher Auswirkungen bis heute.

Weiters meint Gender-Kompetenz auf Ebene der sozial-kommunikativen/interaktionalen Kompetenz, dass (schulische) Interaktionsprozesse geschlechtergerecht gestaltet werden, so dass Handlungsspielräume erweitert und geschlechterstereotype Kommunikationsmuster aufgebrochen werden können. Es geht also darum, Lernumgebungen, Lehr- und Lernprozesse so (vielfältig) zu gestalten, dass alle Kinder gut lernen und sich einbringen können und ihre Kompetenzen und Interessen möglichst unabhängig von geschlechtsbezogenen Zuschreibungen entwickeln können (didaktisch-methodische Kompetenz). Der Begriff Gender- und Diversitätskompetenz streicht den intersektionalen konstruktivistischen Theorieansatz hervor. Geschlecht wird dabei jedoch als zentrales Strukturierungsmerkmal angesehen.